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SUP-Tour auf dem Walchensee in Bayern: Morgens ein Paddelparadies!

Bei unserem Besuch in Bayern haben wir verschiedene Seen, Städte und Flüsse mit dem SUP-Board besucht. Neben dem Eibsee, als bayerischer Alpensee, haben wir auch einen Stopp beim Walchensee gemacht. Der Walchensee liegt auch im bayerischen Alpenvorland, in der Region Kochel am See (ca. 25 Minuten von Garmisch Partenkirchen entfernt) und kann durch seine blau-grüne Wasserfarbe begeistern. Vor allem in den sonnigen Morgenstunden ist der Walchensee spiegelglatt und perfekt für das Stand- Up Paddling geeignet. In den Nachmittagsstunden können aber starke Winde aufkommen, so dass der See dann für die Windsurfer und Kiter deutlich besser geeignet ist und die Stand-Up Paddler hier wirklich Fehl am Platz sind. Das frühe Aufstehen und Paddeln auf dem Walchensee ist also auch hier das oberste Gebot! Wer eine kleine Tour plant, kann auch am Wikingerdorf „Flake“ vorbeipaddeln und die traditionellen Häuser vom Wasser aus anschauen.

SUP auf dem Walchensee

Übersichtskarte Walchensee

Parkplatz am Walchensee

Wir entschieden uns im Süden im Ort Einsiedl, 82432 Kochel am See, zu parken, da hier der Parkplatz kostenlos und groß genug sein sollte. Wir waren um 8:30 Uhr vor Ort und konnten noch in bester Position, in Wassernähe, direkt an der dortigen Liegewiese parken. Tatsächlich sind hier aber viele Parkplätze vorhanden, die aber in den Nachmittagsstunden auch komplett gefüllt waren. Es gibt rund um den See aber auch noch andere Parkplätze und Einstiegsmöglichkeiten. Für uns erschien der dortige Parkplatz in Kombination mit der Einstiegsmöglichkeit aber die beste Lösung zu sein. Eine Möglichkeit für Camper gibt es auch beim Campingplatz Walchensee.

Wichtig vor dem Paddeln: Wind & Wetterentwicklung checken!

Der Walchensee gehört zu den Seen im bayerischen Alpenvorland. Auch wir haben uns vorab, unter anderem im SUP Guide für das Bayerische Alpenvorland, über den Walchensee informiert. Auch hier wird vor starken thermischen Winden gewarnt, die vor allem in den Nachmittagsstunden an sonnigen Tagen auftreten können. Unsere Wind-App (Windfinder) bestätigte eine starke und plötzliche Zunahme des Windes um die Mittagszeit (gegen 13 Uhr) von Nord-West. Die Tour sollte dementsprechend so geplant werden, das mit aufkommendem Wind die Tour beendet oder zumindest in den letzten Zügen ist. Die Fläche des Walchensees ist groß und bietet beim Wind viel Angriffsfläche. Stand-Up Paddler kommen gegen diesen Wind im schlimmsten Fall nicht mehr an. Die Wellen sind vergleichsweise hoch und für SUP-Einsteiger extrem! Für die Sicherheit empfehlen wir das Tragen oder Mitführen einer Schwimmweste und unbedingt auch die Nutzung einer Leash! Natürlich eignet sich der Walchensee auch für einen Downwinder – das Paddeln mit dem Wind im Rücken. Allerdings ist auch das eher etwas für erfahrene Stand-Up Paddler!

SUP Guide Bayerisches Alpenvorland
  • 15 Gewässer mit Beschreibungen (Seen usw.)
  • Tipps zum Einkehren, Parkmöglichkeiten
  • Hinweise zu Wind & Wetter
  • perfekt zur Recherche nach Touren in Bayern

Start an der Badewiese direkt Südufer

Wir sind gegen 9 Uhr mit den SUP-Boards am Südufer im Bereich der Badewiese in Einsiedel gestartet. Hier war zu dieser Zeit noch genug Platz um das Board ganz entspannt aufzupumpen. Wir entschieden uns, auch aufgrund der Winde in den Nachmittagsstunden, gegen den Uhrzeigersinn zu paddeln, damit wir den Wind auf dem Rückweg zum Teil im Rücken haben. Wir wollten nicht den ganzen See umrunden (ca. 27 km), sondern erst einmal am Ufer entlang Richtung Norden und irgendwann dann rüber auf die andere Seeseite bis nach Urfeld und von dort zurück nach Süden, über die Buchten im Süden wieder zurück zum Start. Die Wasserfarbe beeindruckte uns ab der ersten Sekunde. Dieser unglaublich glatte See, kein Wind und das türkisfarbene Wasser! Wir konnten uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen das Kiter und Windsurfer in den Nachmittagsstunden den See für sich beanspruchen werden.

Über den Walchensee bis Urfeld

Für uns ging es ca. 5 Kilometer am Südufer entlang. Hier waren entlang des Ufers immer wieder Rastplätze und Anlegemöglichkeiten, die aufgrund einer Privatstraße (kostenpflichtig) auch wenig bis gar nicht besucht waren. Hier haben wir eine kleine Pause gemacht bevor es irgendwann dann einmal über den kompletten Walchensee vom Südufer bis nach Urfeld gehen sollte. Ungefähr auf der Mitte des Sees merkten wir schon, dass der Wind merklich auffrischte. So durften wir direkt 2,5 Kilometer gegen den Wind bis nach Urfeld paddeln. Die Windstärke war für uns als fortgeschrittene und kräftige Paddler noch problemlos machbar. Anfänger hätten die Strecke über den See gegen den Wind aber nicht geschafft.

Von Urfeld bis nach „Flake“

Nach einer Rast in Urfeld, ganz im Norden des Walchensees, sollte es wieder Richtung Süden gehen. Diesmal dann mit Rückenwind. Es wurden zu diesem Zeitpunkt immer mehr Windsurfer und Kiter auf dem See, die die tollen Windverhältnisse an diesem sonnigen Tag ausnutzten. Wir hielten uns am Uferrand, so dass wir hier keine Probleme hatten. Ansonsten haben Windsurfer und Kiter Vorfahrt! Also haltet euch wenn möglich von diesen etwas fern, da diese teilweise sehr schnell auf dem Wasser unterwegs sind! Für uns ging es mit Rückenwind bis zum Filmkulissendorf „Flake“, einem kleinen Wikingerdorf, welches eingebaut direkt vom Wasser aus zu sehen ist. Wir haben uns das Dorf irgendwie spektakulärer vorgestellt, können nun aber zumindest sagen, das wir mal dort waren 😉

Über die Buchten zurück zum Start/Ziel

Die letzten Kilometer auf dem Walchensee waren auch wieder anstrengend. Es war eine Mischung aus Gegenwind und Downwind, so dass auch diese extrem anstrengend waren. Der Wind wehte mittlerweile kräftig von Norden. So paddelten wir dann vom Camping Walchensee aus der Bucht gegen den Wind, um dann in die nächste Bucht mit einem Downwinder hineinzupaddeln. Das war anspruchsvoll, da die Wellen an den Spitzen auch immer wieder von den Seiten kommen. Das ist gerade mit einem iSUP mit den hohen Rails sehr fordernd. Absolut nichts mehr für Anfänger! Wir hatten zum Glück auch unsere Schwimmwesten dabei, so dass wir uns auf unseren Boards durchweg sicher gefühlt haben. Als Anfänger wären wir aber verloren in einer Bucht gestrandet. Nach der „Zwergern Spitz“ ging es in die letzte Bucht, in welcher wir auch gestartet sind. Auch hier trieb und der Wind anfangs hinein, so dass wir gar nicht paddeln brauchten. Erst als wir uns Einsiedl näherten, lies der Wind etwas nach. An dieser Stelle konnten wir uns nicht mehr vorstellen wie hoch die Wellen waren durch die wir gerade noch gepaddelt sind. Für uns waren Wind und Wellen noch beherrschbar. Das wir aber die einzigen Stand-Up Paddler waren, sagt eigentlich schon alles aus! Vermeidet, wenn möglich, den Wind auf dem Walchensee und sorgt dafür, das eure Tour vorher beendet ist.

Fazit

Eine SUP-Tour auf dem Walchensee lohnt sich! Wer wirklich den ganzen Tag dort paddeln möchte, sollte aber an notwendige Sicherheitsausrüstung denken, da hier ein frischer und kräftiger Wind aufkommen kann. Das ist dann eher etwas für fortgeschrittene und kräftige Paddler, die auch mit Wind und Wellen umgehen können! Alle anderen sollten die Tour auf dem Walchensee in die Morgenstunden legen, wenn der See noch ruhig und glatt daliegt. Es muss ja auch keine extrem lange Tour geplant werden. Auch eine kleine Tour von 8-10 Kilometer kann sich lohnen. Wir sind den Tag ca. 19 Kilometer gepaddelt, was mit Wind und Wellen schon anspruchsvoll und anstrengend war. Wer sich informiert und die Wetterentwicklung beachtet, kann den Walchensee aber richtig genießen! Bei unserem nächsten Besuch planen wir aber eine kürzere Tour und holen ab den Mittagsstunden unser Windsurf-Board raus 😉

Ihr seid auch schon auf dem Walchensee gepaddelt? Wie waren eure Erfahrungen? Hattet ihr auch Wind? Wie seid ihr damit klar gekommen?

Zuletzt aktualisiert am 18.07.2021 von Steffen

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