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SUP-Board aus dem Baumarkt oder vom Discounter kaufen? – meine Meinung

Stand Up Paddling ist Trend, so dass es mittlerweile überall auch Stand Up Paddle Boards, meistens aufblasbar, zu kaufen gibt. Egal ob beim Baumarkt, bei der Drogerie oder beim Discounter direkt vor der Haustür. Die dort angebotenen SUP-Boards sehen auf den ersten Blick hervorragend aus und es wird mit starken Preisnachlässen geworben. Wer kann bei so einem Angebot noch widerstehen? Ich kann euch gleich enttäuschen: Die SUP-Boards im Baumarkt werden oft viel zu überteuert angeboten. Was auf den ersten Blick günstig erscheint, wird auf den zweiten Blick „Billig“ und im direkten Vergleich auch schlecht verarbeitet. Beim Kauf von günstigen Stand Up Paddle Boards gibt es einiges zu beachten, damit ihr euch nicht nach einigen Wochen, und dem Überwinden der anfänglichen Begeisterung, schon wieder nach einem besseren Board sehnt. Etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen lohnt sich bei SUP-Boards in der Regel auch – zumindest für die, die den Sport ernsthaft betreiben möchten und nicht einfach nur mit dem Trend gehen oder ein billiges Board für die Familie suchen. Deshalb habe ich hier für euch einige Tipps und Tricks zusammengefasst, wie ihr richtig schlechte SUP-Boards, die sich stark durchbiegen, schnell identifiziert und worauf ihr beim Kauf eines Boards vom Discounter oder Baumarkt achten könnt.

Stand Up Paddle Board bei Aldi

Lohnt sich der Kauf eines eigenes Boards?

Diese Frage sollte sich jeder, der vor einem Board beim Discounter oder Baumarkt steht stellen. Wie oft wird das Board tatsächlich realistisch genutzt? Lohnt sich eventuell, auch der Umwelt zuliebe, nicht eher ein ausleihen, wenn das Board eh nur zwei bis dreimal im Sommer ausgepackt wird? Der Vorteil eines eigenen Boards ist die Freiheit immer, völlig unabhängig vom Verleih, fahren zu können. Im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung wo kein SUP-Verleih mehr auf hat. Ihr könnt auf eurem Lieblingssee, wo vielleicht auch gar kein Verleih ist, die Natur genießen und habt das Board auch im Urlaub mit der Familie immer dabei. Ein eigenes SUP-Board kann sich durchaus lohnen, wenn ihr es auch wirklich nutzt. Wenn es ein günstiges Board vom Discounter oder Baumarkt sein soll, weil das Budget begrenzt ist oder ihr einfach nicht schon wieder viel Geld für ein Hobby ausgeben wollt, könnt ihr beim Kauf schon vorab auf einige Dinge achten.

Darauf solltet ihr vor dem Kauf achten

Im Baumarkt ist das SUP-Board oft aufgepumpt, so dass ihr es direkt in voller Größe sehen und auch anfassen könnt. Die Mitarbeiter helfen euch liebend gerne dabei, das Board auch mal aus nächster Nähe zu betrachten und auf die Vorzüge genau dieses Boards hinzuweisen. Auch könnt ihr hier schon die Qualität des Boards in Augenschein nehmen. Sind die PVC-Schichten sauber verklebt? Wie sieht das Ventil aus? Sind Klebereste an den PVC-Kanten vorhanden? Achtet auf die Details und vermittelt euch einen Eindruck. Wirkt das Board hochwertig? Die Boards, die im Baumarkt ausgestellt werden, wirken alle steif und fest, was am Anfang erstmal beeindruckend wirkt. Doch lasst euch hiervon nicht täuschen und beachtet auch die unten genannten Punkte! Beim Discounter wird es da oft schon schwieriger, da das Board in der Regel einfach im Karton auf einer Palette zwischen diversen anderen Angeboten steht. Ihr könnt das Board somit nicht vorher schon anfassen und dieses in voller Größe begutachten. Dennoch kann euch auch schon das Datenblatt und die Bilder auf dem Karton einiges zum Board und der Qualität verraten.

Datenblatt

Egal ob nun auf dem Aussteller im Baumarkt oder auf dem Verpackungskarton beim Discounter – immer gibt es ein Datenblatt in dem alle wichtigen Daten zum jeweiligen Stand Up Paddle Board übersichtlich zusammengefasst sind. Um was für einen Board-Typen handelt es sich? Normalerweise werden hier fast nur Allround-Boards angeboten, da diese als hervorragende Anfänger-Boards gelten. Die Board-Länge verrät schon was für einen Board-Typen ihr vor euch habt. Meistens sind die angebotenen Boards zwischen 300 und 320 cm und somit tatsächlich Allrounder (10’6″ oder 10’0). Schaut als nächstes auf die Board-Breite. Diese liegt bei Einsteiger-Boards oft um ca. 80 cm (31″ oder mehr). Mit dieser Breite ist eine gute Kippstabilität, auch für Anfänger, gegeben. Das wichtigste bei den Daten ist aber die Board-Dicke. Wenn ihr ein SUP-Board für die ganze Familie sucht, worauf auch Erwachsene fahren können, ohne dass sich das Board im Wasser stark durchbiegt und eine angemessene Traglast hat, solltet ihr ausschließlich Boards mit 6″ (15 cm) Dicke nehmen. Denn nur dann ist bei billigen SUP-Boards eine ausreichende Steifigkeit gegeben. Es ist zwar keine Garantie dafür, das euch das Board trägt, aber es ist zumindest schon mal ein wichtiges Indiz. Günstige Boards mit nur 4″ (10 cm) Dicke sind für Erwachsene ungeeignet und biegen sich im Wasser durch (ihr steht mit den Füßen im Wasser). Die 5″-Varianten (12,5 cm), können Erwachsene (über 80 kg) im Wasser auch oft tragen, bieten aber trotzdem oft nicht genug Steifigkeit für vernünftige SUP-Touren. Maximale Traglast ist übrigens nicht das Körpergewicht mit dem das Board auch gefahren werden kann, sondern die Last, die das Material maximal aushält bevor das Board in den Müll kann. Ein Board mit 115 kg maximaler Traglast ist demnach nicht unbedingt für Personen bis zu diesem Gewicht geeignet (es würde sich wahrscheinlich schon durchbiegen).

Board-Form

Auch die Board-Form ist natürlich entscheidend für den Kauf eines eigenen SUP-Boards. Denn die Board-Form bestimmt das Einsatzgebiet des Boards. Ihr werdet beim Baumarkt und Discounter keine große Auswahl an Stand Up Paddle Boards haben. Die meisten angebotenen Boards sind Allrounder. Das Board hat eine abgerundete Spitze und eine durchweg breite Standfläche. Damit habt ihr dann einen klassischen Allrounder, der für gemütliches Cruisen auf dem See und, bei ausreichender Steifigkeit, auch für eine kleine Welle im Meer geeignet ist. Allrounder eignen sich aber hervorragend für Anfänger und sind, dank der nicht zu langen Board-Länge, auch von Kindern im Wasser lenkbar.

Material & Drop-Stich

Zum Material & Drop-Stich werdet ihr selten Angaben finden. Wenn überhaupt steht dort dann meistens nur „sehr steife Konstruktion mit hoher Traglast“ oder „hochwertiger Drop-Stich“. Diese Angaben sind wenig aussagekräftig. Natürlich gibt es bei der Konstruktion von aufblasbaren SUP-Boards starke Unterschiede in der Qualität [Blog: Was ist Dropstich?] Das einfachste ist das Single-Layer Dropstich. Eine einfache PVC-Schicht ist um den Drop-Stich-Kern geklebt. Manchmal haben die Boards noch zusätzlich eine zweite Schicht an den Seiten für etwas mehr Steifigkeit. Allerdings sind Single-Layer Boards die einfachste Variante und eigentlich nur etwas für leichtere Personen bzw. Kinder, da sie weniger Steifigkeit bieten. Zudem sind diese Boards weniger robust als die Double-Layer (zwei PVC-Schichten) Varianten. Solltet ihr vor einem Double-Layer Board stehen, ist das Board auf jeden Fall robuster und langlebiger konstruiert!

Zwei Luftkammern (Double Chamber)

Einige bieten bei ihren SUP-Boards auch schon die sogenannte „Double-Chamber“-Technologie an, bei der zwei Luftkammern unabhängig mit Luft befüllt werden. Diese sollen für mehr Sicherheit auf dem Wasser sorgen. Wenn eine Luftkammer beschädigt ist, könnt ihr euch immer noch auf die zweite Luftkammer retten. Allerdings sind die zwei Luftkammern bei günstigen Boards meistens schlecht gelöst und sind eher ein Schwachpunkt, als eine Stärke, so dass wir eher nicht dazu raten würden.

Board-Gewicht

Das Board-Gewicht solltet ihr vor dem Kauf auch ruhig mal anschauen. Wie schwer oder leicht ist das angebotene SUP-Board überhaupt? Ein sehr niedriges Board-Gewicht (ca. 8 kg) spricht entweder für eine sehr hohe Verarbeitungsqualität und ein teurer verschweißtes SUP-Board, oder für eine minderwertige Qualität und ein wenig robustes Board (Single-Layer, s.o.). Beim Discounter oder Baumarkt werden ihr höchstwahrscheinlich immer auf die zweite Variante stoßen. Ein Board-Gewicht von ca. 10 kg bei einem Allround-SUP dürfte eine ausreichende Robustheit und Steifigkeit bieten.

Zubehör

Selten werden die SUP-Boards alleine und ohne Zubehör verkauft. Es handelt sich eigentlich fast immer um ein Komplett-Set mit Paddel, Pumpe und Kajak-Sitz. Achtet beim Zubehör darauf, dass dieses nicht zu billig verarbeitet ist. Ein Paddel bringt euch nichts, wenn es zu schwer ist, die Verschlüsse nicht richtig halten und Spiel haben und dieses gar nicht auf eure Körpergröße (Körpergröße + 20 cm) einstellbar ist. Nehmt, wenn möglich, auch das mitgelieferte Zubehör unter die Lupe. Wie machen sich die Reißverschlüsse am Rucksack? Findet überhaupt das gesamte Zubehör Platz und brauche ich das ganze Zubehör überhaupt? Das wichtigste Zubehör bei einem aufblasbaren SUP-Board ist die Pumpe, damit ihr das Board überhaupt aufpumpen und nutzen könnt, das Paddel und eine SUP-Leash (Sicherungsleine), damit ihr als Anfänger sicher auf dem Board unterwegs seid. Der Rest vom Zubehör ist optional und für das Stand Up Paddling erst einmal nicht notwendig! Wenn die Pumpe über eine Doppel-Hub Funktion verfügt, habt ihr schon eine etwas bessere Pumpe beiliegend. Damit ist das Board dann schneller mit Luft befüllt. Als Paddel liegt in der Regel immer ein Alu-Paddel bei, welches über ein Kunststoff-Blatt verfügt. Für Anfänger ist dieses ausreichend.

Garantie

Wie lange habt ihr Garantie auf das SUP-Board? Ihr solltet auf jeden Fall auf eine ausreichende Garantie (mind. 2 Jahre) achten, damit ihr defektes Zubehör oder Mängel am Board einfach und unkompliziert reklamieren könnt. Die Boards vom Discounter wurden oft in sehr großer Stückzahl und billig hergestellt, so dass ihr hier unkompliziert Ersatz oder, sollte es nicht mehr verfügbar sein, auch ganz einfach euer Geld zurück bekommt. Denkt an das Aufheben des Kassenzettels, wenn ihr das Board gemeinsam mit Lebensmitteln im Discounter oder Blumen im Baumarkt kauft!

Woran erkenne ich schlechte Boards?

Wenn ihr auf die oben genannten Punkte achtet, könnt ihr zumindest den kompletten Schrott schon ein wenig von den halbwegs brauchbaren Stand Up Paddle Boards trennen. Eine richtig hohe Qualität dürft ihr weder beim Baumarkt noch beim Discounter erwarten. Es sind günstige Einsteiger-Boards, die nicht für den professionellen Einsatz gedacht sind. Für Anfänger dürften diese Boards allerdings in der Regel trotzdem ausreichen. Solltet ihr den Sport aber ernsthaft und intensiv betreiben möchten, solltet ihr vielleicht doch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und ruhig auch mal ein paar Boards vor dem Kauf Probe fahren. Wenn ihr allerdings nur ein Spaß- und Familien-Board sucht, um ein bisschen auf dem See zu planschen und mal eine kleine Tour zu machen, reicht für euch wahrscheinlich auch die günstige Variante von Aldi, Lidl und Co.

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