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Ausrüstung für eine mehrtägige SUP-Tour (Mehrtagestour mit dem SUP-Board)

Wir waren nun schon mehrmals mit dem Stand-Up Paddle Board mehrere Tage am Stück unterwegs. Genau wie beim Wasserwandern mit dem Kanu, lässt sich auch auf einem SUP-Board das gesamte Gepäck verstauen. Zelt, Verpflegung und natürlich Kleidung für die ganzen Tage passt problemlos auf ein Touring-Board, wenn dieses vernünftig geplant, optimiert und gepackt wird. Wir wollen euch unsere Ausrüstung vorstellen und euch Anregungen und Tipps geben, was ihr für eine mehrtägige Tour mit dem Stand Up Paddling Board alles benötigt. Die Liste ist natürlich nicht abschließend und ein bisschen davon abhängig, wo ihr paddeln wollt. Wir sind mit dieser Ausrüstung nun schon mehrmals unterwegs gewesen und haben sie Stück für Stück optimiert. Bei mehrtägigen SUP-Touren zählt jedes Kilo, sodass eine ganz genaue Planung zwingend erforderlich ist. Wir haben euch auch schon unsere 14 Tipps für eine mehrtägige SUP-Tour zusammengestellt. Außerdem haben wir uns damit beschäftigt, wie du eine mehrtägige SUP-Tour planst. Die gesamten Sachen für die mehrtägigen Touren lassen sich in sogenannten „Dry-Bags“, das sind Packsäcke, wasserdicht auf dem SUP-Board verstauen.

Board, Paddel & Leash

SUP-Board

Am besten für eine mehrtägige SUP-Tour eignet sich natürlich auch ein Touring-Board, da dieses durch die Länge besser durch das Wasser gleitet, ihr so weniger Paddelzüge für mehr Strecke benötigt und mehr Platz für Gepäck auf dem Board habt. Viele Touring-SUP Board haben zudem auch gleich zwei Gepäckgummis oder zumindest noch zusätzliche D-Ringe oder Schlaufen im Heck-Bereich, so dass sich dann hier weiteres Gepäck mit einem „Mini-Spanngurt“ anbringen lässt. Geeignet sind Boards ab ca. 11’6″ (ca. 350 cm Länge). Wir lassen die SUP-Boards während der Tour auch immer aufgepumpt und lassen die Luft erst am Ende der Tour aus dem Board. Wer mehr Sicherheit bei SUP-Touren haben möchte, kann auch ein SUP mit zwei Luftkammern „Double-Chamber“ nehmen, die unabhängig voneinander aufgepumpt werden. So kann das Board auch bei einer defekten Luftkammer immer noch eine Rettungsinsel sein. Wir empfehlen auch die Verwendung eines aufblasbaren SUP-Boards bei mehrtägigen SUP-Touren, da es, gerade in kleinen Flüssen, auch mal flache Passagen geben kann. Ein kratzen über den Untergrund steckt ein aufblasbares Board problemlos weg.

Paddel

Beim Paddel empfiehlt sich ein Paddel mit einer vernünftigen Kraftübertragung, da ihr, durch das ganze Gepäck, mehr Gewicht beschleunigen müsst. Paddel mit zu viel Flex (einem Schaft, der zu viel nachgibt), kosten mehr Kraft und es wird gerade bei mehreren Tagen hintereinander sehr anstrengend. Ein harter Paddel-Schaft hat eine direktere Kraftübertragung auf das Wasser, geht aber auch mehr auf die Gelenke. Ein großes Paddel-Blatt sorgt für mehr Vortrieb pro Paddel-Schlag, kostet allerdings bei einzelnen Zügen mehr Kraft. Es ist also auch etwas typabhängig, welches Paddel für eine solche Tour gewählt wird. Am besten geeignet ist ein leichtes Paddel mit einem harten Schaft und einem mittelgroßen Paddel-Blatt. Es muss allerdings kein Voll-Carbon-Paddel sein, da diese sehr anfällig für Kratzer sind. Wir sind Fans von den sogenannten Hybrid-Carbon Paddeln, die besonders robust sind und trotzdem nicht zu viel Gewicht auf die Waage bringen. Auch sollte das Paddel für lange Touren geeignet sein. Ein schweres Alu-Paddel mit wackligen Steckverbindungen wird bei den Distanzen keinen Spaß bringen und ist daher eher ungeeignet.

Leash & Schwimmweste

Auch eine SUP-Leash darf bei einer mehrtägigen SUP-Tour nicht fehlen. Da wir auch oft auf großen Seen unterwegs sind, ist eine Leash Pflicht! So bleibt das SUP-Board, samt Gepäck, bei einem Sturz ins Wasser in unserer Nähe. Wir benutzen bei langen Touren immer eine Leash mit Hüftgurt, die statt am Fußgelenk, mit einem Quick-Release-Gurt an der Hüfte befestigt wird. Die Leash ist auch bei einer mehrtägigen SUP-Tour Grundausstattung! Wenn ihr auf großen Flüssen und Seen unterwegs seid, empfiehlt sich auch immer das Tragen einer Schwimmweste.

Mit einem Touring-SUP unterwegs

Übernachtung & Schlafen

Wir haben bei unserer mehrtägigen SUP-Tour immer in einem Zelt auf Campingplätzen übernachtet. Es gibt vereinzelt aber auch Biwakplätze auf denen bei Mehrtagestouren direkt am Wasser übernachtet werden kann. Leider sind diese in Deutschland nicht sehr verbreitet. Sein Zelt einfach so in der Natur aufzuschlagen, ist in Deutschland und in vielen anderen Ländern leider verboten. Wer nicht im Zelt schlafen will, kann auch ein Tarp mit einer Hängematte kombinieren. Für die Nacht benötigt ihr einen kompakten Schlafsack, der an die Außentemperaturen angepasst sein sollte. Außerdem eine kompakte, möglichst leichte Iso-Matte und ein kleines aufblasbares Kopfkissen. Alternativ dazu könnt ihr aber auch einen Drybag befüllt mit Kleidung als Kopfkissen nutzen.

  • Zelt, nicht zu groß (Packmaß & Gewicht beachten), Tarp, Hängematte
  • Schlafsack (je nach Außentemperatur, kompakt)
  • Iso-Matte / Unterlage (möglichst klein, leicht und kompakt)
  • Kopfkissen (aufblasbar/kompakt)

Verpflegung & Kochen

Wir haben bei unseren mehrtägigen SUP-Touren immer auf Campingplätzen übernachtet. Wer auf Biwakplätzen, ohne Verpflegungsmöglichkeit, übernachtet, muss natürlich noch etwas mehr Verpflegung mit auf das SUP-Board nehmen. Wichtig ist immer ausreichend Wasser dabei zu haben, da ihr euch bewegt und es auf dem Wasser schnell sehr heiß werden kann. Wenn ihr euch selber verpflegt, könnt ihr auch ein kompaktes Koch-Setup mit auf eurem SUP-Board transportieren. Ihr benötigt lediglich eine kleine Glaskartusche mit einem Brenneraufsatz. Schon könnt ihr euch abends Nudeln oder Konserven zubereiten. Während der Tour solltet ihr natürlich auch etwas Verpflegung mitnehmen. Die Verpflegung muss natürlich individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

  • Gas-Kocher (Gasflasche mit Brenner, Windschutz)
  • Feuer (Zündstab oder Feuerzeug)
  • Topf mit Deckel
  • Besteck (Outdoor)
  • Tagesverpflegung (Essen & Trinken)

Video zur Ausrüstung bei einer mehrtägigen SUP-Tour
UNSERE komplette Ausrüstung für Mehrtagestouren mit dem SUP-Board // SUPventure ⛺️

Das Video ist von YouTube eingebettet. Beim Starten wird eine Verbindung hergestellt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google.

Kleidung

Auch die Kleidung muss natürlich, genau wie auch die Verpflegung, an die Wettervorhersage und die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Ihr solltet allerdings nicht zu viel Kleidung mitnehmen, da ihr den ganzen Tag auf dem Wasser unterwegs seid, so dass ihr wenig andere Kleidung benötigt. Wichtig ist aber auf jeden Fall auch ein Cappy und eine Sonnenbrille, um euch vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Auch im Sommer kann es zum Teil feuchte und kalte Nächte geben, so dass wir auch hier immer noch ein warmes langes Oberteil empfehlen würden. Für die Tour selber eignen sich hervorragend Surf-Lycras oder einfache Sport-Kleidung. Wichtig: Ihr müsst im Notfall mit der Kleidung, die ihr tragt, schwimmen können!

  • Wasserschuhe für das Umsetzen
  • Regenkleidung (je nach Wetterbericht – Regenjacke)
  • Badekleidung (Badehose, Badeanzug, Bikini)
  • Surf-Lycras (lang & kurz)
  • Cappy & Sonnenbrille
  • Kleidung für „nach der Tour“ (Hose, T-Shirt, Pullover/Hoodie)

Sonstiges

Auch die sonstige Ausrüstung sollte bei mehrtägigen SUP-Boards nicht vernachlässigt werden. Zum Beispiel solltet ihr immer Mückenschutz und Sonnencreme dabei haben. Außerdem empfiehlt sich die Mitnahme von Geld, einer Geldkarte und einem Personalausweis, da diese auf einigen Campingplätzen zur Registrierung benötigt werden. Eine SUP-Pumpe ist, trotz aufblasbarem Board, nicht unbedingt erforderlich, da die Luft bei hochwertigen Touring-Boards in der Regel auch wirklich im Board bleibt und ihr auch über mehrere Tage nicht nachpumpen müsst. Wenn ihr die Boards auf dem Campingplatz natürlich kompakt verstauen möchtet und kein Schloss-System nutzt, müsst ihr die Pumpe natürlich mitnehmen. Ein Smartphone + Powerbank sollte natürlich auch mit dabei sein, damit ihr im Notfall schnell Hilfe holen oder einen Rücktransport zum Start organisieren könnt. Zur Navigation während der Tour verwenden wir ausschließlich Wasserwanderkarten der jeweiligen Region. Diese reichen meistens aus, um sich zu orientieren, den nächsten Campinplatz oder das nächste Restaurant zu finden.

  • Schloss, um die Boards anzuschließen
  • Trinksystem / Trinkgurt für die Hüfte
  • Sonnencreme & Mückenschutz
  • Waschzeug
  • Geld / Geldkarte
  • Personalausweis (für Campingplätze z.T. erforderlich)
  • Pumpe (nicht immer erforderlich – evtl. zum Luft raus pumpen)
  • Spanngurte (Mini-Version, zur Fixierung auf dem Board)
  • Wasserwanderkarte der jeweiligen Region / GPS-Gerät (inkl. Ersatzakku)
  • Powerbank (nur bei Smartphone-Nutzung erforderlich)
  • Smartphone (zum Hilfe holen)
  • Erste-Hilfe-Set
  • Notfall-Pfeife

Wann startet ihr auf die nächste Mehrtagestour mit eurem SUP-Board? Habt ihr so etwas schon geplant? Was würdet ihr alles mit auf so eine Tour nehmen? Schreibt dieses gerne in die Kommentare!

Zuletzt aktualisiert am 02.07.2021 von Steffen

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Kommentare

Andre 12/08/2020 um 15:48

Moin ihr zwei,

welche Größen haben eure Dry-Bags bzw. wie viel Liter Volumen sollte man z.B. für eine Wochenendtour (zwei Übernachtungen) einplanen?

Vielen Dank.
André

Antworten

Steffen 23/08/2020 um 8:09

Je nachdem ob das Zelt mit in einen Drybag soll. Dafür braucht man schon ca. 60 Liter. Ansonsten reichen dafür 30-40 Liter Drybags

Antworten

Regina 27/11/2020 um 1:08

Moin! Eine Kleinigkeit fiel mir noch ein zu Eurer sehr ausführlichen Liste.
Ich habe auf meinen Reisen (meisten war ich mit dem Drahtesel unterwegs) immer noch irgendwas dabei, um Zecken zu entfernen. Die gibt es immer mal irgendwo, z. B. auf dem Campingplatz. Und ich scheine ein richtiger Zeckenleckerbissen zu sein. Mittlerweile bin ich geübt darin, sie mit der kleinen Pinzette des Schweizer Taschenmessers schnell und rückstandslos zu entfernen. Klappt fast immer. Aber ohne diese Pinzette wäre es echt doof.
Allzeit zeckenfreie Reisen
wünscht Regina

Antworten

Steffen 27/11/2020 um 8:17

Auf jeden Fall! Die haben wir auch IMMER dabei! 🙂

Antworten

Regina 04/01/2021 um 0:33

Hallo, Franzi und Steffen!
Da hätte ich doch noch 2 Fragen zum Zubehör für das große SUP-Abenteuer:
1. Thema Bootswagen:
Ihr schein ja eher keinen dabeizuhaben, auch wenn Ihr häufiger mal umtragen müsst. Ich möchte u. a. gerne die Lahn runterpaddeln, evtl. auch mal 2-3 Tage mit Kind im Schlepptau. Und da kommt eine Schleuse nach der anderen… Ich glaube nicht, dass ich da die Schlepperei alleine schaffe, zumal ich ja auch noch die kleine Paddelheldin dabeihätte…
Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Kajakwagen wie der von Serina ganz gut sein könnte: Da passen wahrscheinlich beide Boards (meins und das Kinderboard) drauf, plus unser Gepäck natürlich. Liege ich da vielleicht ganz falsch?
Dann wäre da auch noch die Frage, wie man das am besten während der Fahrt auf das SUP schnallt… Habt Ihr das schon mal getestet an einer schleusenreichen Strecke? Ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht besser sein könnte, den Wagen nicht jedesmal ganz auseinanderzunehmen, denn man will ihn ja schnell einsatzbereit haben…
2. Großen Packsack vom Board als „Drumherumsack“ mehrerer Drybags?
So hattet Ihr das jedenfalls mit dem MakaioScout-Sack mal gemacht. Ist das praktisch? Ich habe so diverse recht kleine Packsäcke von verschiedenen Radtouren, könnte auch die normalen OrtliebBackroller (ohne die Fahrradaufhängung, die kann man ja leicht abschrauben) benutzen. Oder lohnt es sich doch, eine schöne große neue Rolle mit Rollverschluss für hinten aufs Board zu kaufen?
Dass ich vor der ersten großen Tour unbedingt eine Tagestour mit vollem Gepäck zum testen machen werde, versteht sich von selbst… nur wäre es umso praktischer, wenn ich schnell die Ideallösung gefunden hätte.
Vielen Dank für alle guten Tipps, mit denen ich hier so überschüttet werde/wurde!
Regina

Antworten

Anja 01/07/2021 um 19:29

Hallo.
Ich starte auf meine erste Suptour mit Zelt und so. Danke für eure Packliste.
Zwei Fragen:
Was für ein Schloss habt ihr mitgenommen? Und brauche ich das wirklich? 🤔
Und wie verteile ich am besten das Gewicht? Hab heute Probepaddeln gemacht und hatte ganz schön Tiefgang hinten 🙈. Über eine zeitnahe Antwort würd ich mich freuen.
LG Anja

Antworten

Steffen 02/07/2021 um 4:46

Auf was für einem Board machst du die Tour denn? Wir haben immer etwas Ausrüstung vorne und ein bisschen hinten draufgepackt, sind aber auch immer mit Touring-SUP auf große Tour gegangen. Etwas mehr Tiefgang und Schwerfälligkeit lässt sich sicherlich nicht vermeiden 😉 Als Schloss hatten wir ein einfaches „Schlaufenkabel“, welches wir durch die D-Ringe bzw. Tragegriffe mit einem Vorhängeschloss gesichert haben (auf dem Bild mit dem Zelt – Übernachtung und Schlafen kannst du es im Vordergrund liegen sehen). Ist nicht unbedingt notwendig, hat uns aber ein besseres Gefühl gegeben. Ist ja auch keine besonders gute Sicherung, aber immerhin noch ein kleines Hindernis.

Antworten

Anja 02/07/2021 um 11:47

Vielen Dank für die Antwort. Ich gehe mit meinem aufblasbarem Oukai auf Tour. 🙂

Antworten

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