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SUP Trockenanzug – Die meistgestellten Fragen beantwortet (FAQ)

Der Trockenanzug ist gerade mit dem Ende des Sommers und Beginn der kalten Jahreszeit beim Stand Up Paddling immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Für die meisten endet die SUP-Saison spätestens Ende September. Doch einige suchen nach Möglichkeiten für ein Paddeln auch in der kalten Jahreszeit und stoßen dann schnell auf die SUP Trockenanzüge. Wir haben die meistgestellten Fragen zu den Trockenanzügen beim Stand Up Paddling beantwortet, damit ihr das wichtigste zum Anziehen, zur Passgenauigkeit und natürlich zum Umgang mit dem Anzug schnell noch einmal nachlesen könnt. Wie immer haben wir diesen Beitrag nach bestem Gewissen für euch zusammengestellt, übernehmen aber für die Richtigkeit aber keine Gewähr. Solltet ihr Verbesserungsvorschläge haben oder sollte eine eurer Fragen noch nicht beantwortet sein, könnt ihr einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag schreiben. Wir werden eure Fragen zum SUP Trockenanzug dann gerne noch beantworten und in diesem Beitrag ergänzen. Habt ihr selber einen Trockenanzug? Welches Modell favorisiert ihr und warum? Auch dieses könnt ihr gerne in den Kommentaren ergänzen. Ansonsten findet ihr auch einen Beitrag zur passenden Kleidung für das Stand Up Paddling im Herbst und Winter in unserem Blog.

SUP Trockenanzug FAQ

Wir haben die meistgestellten Fragen zum Trockenanzug für euch beantwortet

Die meistgestellten Fragen zu SUP Trockenanzügen

Was ist ein Trockenanzug?

Ein Trockenanzug ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein funktioneller Anzug aus hochwertigen Materialien, welcher den Körper beim Sturz ins Wasser trocken halten soll. Im Gegensatz zu Neoprenkleidung perlt das Wasser auf dem funktionellen Obermaterial eines Trockenanzugs ab. Mit passender Unterbekleidung kann mit einem Trockenanzug das ganze Jahr, auch im Herbst und Winter, gepaddelt werden. Das Außenmaterial eines Trockenanzugs lässt in der Regel kein Wasser durch und ist komplett wasserdicht. Neopren- oder Latexmanschetten am Hals, an Füßen und Armen verhindern auch dort den Wassereintritt. Trotzdem ist das Material des Trockenanzugs atmungsaktiv, so dass ein starkes Schwitzen im SUP Trockenanzug verhindert wird.

SUP Drysuit oder SUP Suit? – Wo liegen die Unterschiede?

Es gibt unterschiedliche Modelle bei Trockenanzügen, die entweder als „Drysuit“ oder als „SUP Suit“ verkauft werden. Beide sind für das Stand Up Paddling geeignet und können einen über die Wintermonate bringen. Der Drysuit ist absolut wasserdicht und hält den Körper bei einem Sturz ins Wasser garantiert trocken. Mit ihm kann auch problemlos geschwommen werden, ohne dass an den Halsmanschetten (meist als Latex) Wasser eintritt. Die Modelle, die als SUP Suit verkauft werden, sind meistens leichter und haben statt einem diagonal oder horizontal angeordneten wasserdichten Reißverschluss einen vertikalen und sitzen am Halsbereich nicht so eng, da hier nur eine Neoprenmanschette verwendet wird. Bei den SUP Suits kann es bei einem Sturz ins Wasser zu einem minimalen Wassereintritt im Halsbereich kommen. Wir sprechen hier aber von minimalen Mengen, die NIE im kritischen Bereich liegen. Die sogenannten SUP Suits sind eher nicht für das Schwimmen oder einen langen Aufenthalt im Wasser geeignet, wohingegen die Drysuits auch beim Kiten und Windsurfen problemlos getragen werden können. Beim Kauf eines Trockenanzugs für das Stand Up Paddling solltet ihr auf diese Bezeichnungen achten oder diese zumindest kennen, damit euch beim Sturz ins Wasser keine Überraschung bevorsteht.

Warum ist ein Trockenanzug so teuer?

Wer ein bisschen nach Trockenanzügen sucht, wird schnell auf sehr hohe Preis stoßen. Hochwertige Trockenanzüge liegen meist zwischen 400 und 600 Euro, so dass dieser preislich auf dem gleichen Niveau wie ein Mittelklasse SUP-Board liegt. Ein Trockenanzug, gerade die Modelle, die für das Stand Up Paddling geeignet sind, bestehen aus hochwertigen Materialien. Es wird eine Membran verwendet, welche komplett wasserdicht ist, so dass von außen kein Wasser eintreten kann. Hinzu kommt aber eine Atmungsaktivität, die den Einsatz beim sportlichen Paddeln überhaupt erst möglich macht, da der Körper nicht überhitzt und eine Wärmeaustausch stattfinden kann. Außerdem werden die Trockenanzüge an den Nähten, Reißverschlüssen und Verbindungselementen an Füßen und Armen oft von Hand verarbeitet, um eine durchweg hohe Qualität zu gewährleisten und einen Wassereintritt in jedem Fall zu verhindern. Hinzu kommt, das es bisher nur eine geringe Nachfrage nach SUP Trockenanzügen gibt und es wenige Anbieter und Firmen dafür gibt. Durch die geringe Nachfrage und die vergleichsweise hohen Produktionskosten, liegen auch die Preise für die Trockenanzüge auf durchweg hohem Niveau. Sollte die Nachfrage steigen kommen in den kommenden Jahren sicherlich auch deutlich preiswertere Modelle auf den Markt, die es zur Zeit (2020) noch nicht gibt. Für einen hochwertigen Anzug sollten mindestens 400 Euro eingeplant werden.

Für wen lohnt sich ein Trockenanzug beim SUP?

Ein Trockenanzug ist leider vergleichsweise teuer. Die guten SUP-Trockenanzüge gehen erst ab ca. 350 Euro los, so dass sich ein Trockenanzug sicherlich nicht für jeden lohnt. Nur wer ernsthaft auch mehrmals im Winter paddeln möchte, sollte über die Anschaffung eines Trockenanzugs nachdenken. Wer ein „Schön-Wetter-Paddler“ ist, braucht sich eigentlich gar nicht weiter nach der passenden Kleidung für die Winter-Monate umschauen, da Paddeln im Winter auch immer heißt, das aus der Komfortzone herausgetreten werden muss. Denn selbst wenn es AUF dem Wasser mit dem Board eine tolle Atmosphäre ist, ist es meist davor und danach mit deutlich mehr Aufwand verbunden, so dass einem da schnell der Spaß vergehen kann. Noch eine Runde am Steg oder auf dem Board chillen macht im Winter einfach keinen Spaß, so dass sich wohl nur für Touren-Paddler oder sehr sportliche Paddler, die auch im Herbst und Winter SUP als Hauptsport sehen, eine Anschaffung eines Trockenanzugs Sinn macht. Wir paddeln auch lieber an warmen Sommer-Tagen, sind aber auch von idyllischen Winter-Touren nicht abgeneigt. Denn die Atmosphäre ist über die Winter-Monate eine ganz andere, so dass wir über die Jahre auch immer mehr im Winter die SUP-Boards rausholen. Das erste Jahr nach der Anschaffung des Trockenanzugs war es, aus heutiger Sicht, noch viel zu selten. Für 3-4 Mal im Winter paddeln, würden wir uns sicherlich keinen Trockenanzug kaufen. Ob sich die Anschaffung letztendlich für einen selber lohnt, hängt wirklich davon ab, ob und wie ernsthaft im Winter gepaddelt wird. Hier sollte jeder REALISTISCH einschätzen wie oft er sich im Winter wirklich aufraffen kann. Für uns kommt ein Trockenanzug mittlerweile aber nicht unbedingt nur im Winter zum Einsatz. Auch an einem windigen und kälteren Sommertag, bei welchem wir nur 17-20 Grad Lufttemperatur haben, ziehen wir gerne einen Trockenanzug beim Stand Up Paddling an.

Warum muss es ein Trockenanzug sein? Geht nicht auch ein günstiger Neoprenanzug?

Sicherlich funktioniert auf dem Stand Up Paddle Board auch Neoprenkleidung, um bei kalten Temperaturen weiter zu paddeln. Allerdings hat die Neoprenkleidung einen entscheidenden Nachteil, welcher für uns persönlich ein K.O.-Kriterium ist: Neoprenkleidung ist nicht atmungsaktiv! Wer entspannt und ohne große Anstrengung auf dem See eine Runde mit dem SUP-Board fährt, wird dieses vielleicht nur minimal zu spüren bekommen. Wer aber AKTIV paddelt und vielleicht sogar mit Neoprenanzug bzw. Neoprenkleidung mal eine längere SUP-Tour gemacht hat, wird hier schnell die fehlende Atmungsaktivität zu spüren bekommen. Denn Neoprenkleidung wurde eigentlich für Sportarten IM WASSER konzipiert. Das Prinzip von Neoprenkleidung ist, das das Wasser zwischen Haut und Neopren vom Körper erwärmt wird. Dieses funktioniert optimal IM Wasser. Doch wer will im Herbst und Winter schon gerne ins Wasser? Beim Stand Up Paddling steht ihr ja eigentlich AUF dem Board und vermeidet, wenn möglich, den Kontakt mit dem kühlen Wasser. Wer dann aktiv paddelt, wird im Neoprenanzug schnell schwitzen, was vor allem ein Problem wird, wenn ihr doch mal etwas ruhiger macht oder einfach nur eine kleine Pause machen wollt – der Körper friert und die SUP-Tour ist beendet. Besser geeignet ist deshalb immer der Trockenanzug unter welchen ihr, je nach Außentemperatur, einfach passende Funktionskleidung ziehen könnt. Der Trockenanzug ist, je nach gewählten Modell, bis zu einem gewissen Grad atmungsaktiv und kann die Körperwärme ableiten, so dass ihr auch beim aktiven Paddeln nicht zu sehr schwitzt. Außerdem ist die Bewegungsfreiheit im Trockenanzug größer und das Material scheuert beim Paddeln nicht auf, wie es beim Neoprenanzug schnell der Fall ist. Wer das nicht glaubt, kann gerne beides einmal beim Stand Up Paddling ausprobieren. Ihr werdet ganz schnell euren Trockenanzug lieben und nie mehr einen Neoprenanzug beim Stand Up Paddling anziehen wollen.

Muss es unbedingt ein SUP-Trockenanzug sein oder geht auch ein Kajak oder Segel-Trockenanzug?

Das ein SUP-Trockenanzug nicht ganz günstig ist, wurde nun ja schon mehrfach thematisiert. Wer ein bisschen im Internet recherchiert wird schnell auf die Segel- oder Kajak-Trockenanzüge stoßen, die meist 100-200 Euro günstiger zu bekommen sind. Diese halten den Körper auch trocken und schützen einem beim Reinfallen vor dem kalten Wasser. Allerdings sind die Segel-Trockenanzüge für das Stand Up Paddling nicht optimal geeignet, da sie nicht für so viel aktive Bewegung im Stehen gedacht sind. SUP-Trockenanzüge sind meist an den richtigen Stellen verstärkt oder verlängert, so dass beim Stand Up Paddling die optimale Bewegungsfreiheit gegeben ist. So sind diese am Rücken oft verlängert, um einen vernünftigen Paddelzug machen zu können. Außerdem liegen diese enger an oder lassen sich an Hüfte, Armen und Beinen oft auch enger stellen, so dass diese weniger „sackig“ sind und den typischen Bewegungsablauf beim Paddeln auf dem Wasser nicht stören. Wer ernsthaft nach einem Trockenanzug für das Stand Up Paddling sucht, sollte auch einen solchen wählen, da langfristig damit eine deutlich höhere Zufriedenheit garantiert ist. Die Kajak- oder Segel-Trockenanzüge sind eher für das Sitzen entworfen und nicht für das Stand Up Paddling.

Wie muss der Trockenanzug sitzen?

Es gibt zwei wichtige Punkte, welche ihr beim Kauf eines Trockenanzugs beachten solltet. Zum einen darf er eure Bewegungsfreiheit beim Paddeln nicht einschränken und zum anderen muss er euch, bei einem Sturz ins Wasser, auch wirklich komplett dicht sein, damit ihr vor dem kalten Wasser geschützt seid. Er sollte demnach nicht zu eng sitzen, so dass ihr sauber paddeln könnt, ohne dass er an den Armen oder am Rücken-Teil zu eng wird oder bei Spannung dann verrutscht und unangenehm zieht. Ein Anprobieren ist bei einem Trockenanzug Pflicht. Es gibt Trockenanzug-Modelle, die etwas weiter am Halsbereich geschnitten sind. Diese sind dann tendenziell eher nicht für das Schwimmen und viel Zeit im Wasser geeignet, da hier dann Wasser eintreten kann (meist die Front-Zip Modelle mit vertikalem Reißverschluss). Die Modelle mit komplett abschließenden Halsbereich halten meist wirklich zu hundertprozent dicht und verfügen dann über einen horizontalen Reißverschluss an der Hüfte oder in U-Form über den Schulterbereich. Mit diesen Anzügen ist dann auch eine längere Zeit im Wasser und Schwimmen kein Problem. Wenn der Trockenanzug an der Taille mit einem Band oder Klettverschlüssen enger gestellt werden kann, liegt dieser meist noch besser am Körper an und wirkt noch funktionaler. Der Trockenanzug darf nicht zu lang an Armen und Beinen sein. Das Außenmaterial sollte nicht übermäßig viele Falten schlagen und sollte schon eng am Körper anliegen. Trotzdem sollte noch genug Platz für wärmende Unterbekleidung beim Trockenanzug vorhanden sein, damit ihr auch an sehr kalten Winter-Tagen aufs Board steigen könnt.

Woher weiß ich das der Trockenanzug wirklich dicht ist?

Nach dem Anziehen des Trockenanzugs und dem Verschließen aller Reißverschlüsse und Manschetten kannst du relativ einfach den „Dichtigkeits-Test“ durchführen. Hocke dich einfach mit dem Trockenanzug hin und er wird sich durch die verdrängte Luft aufblähen. Wenn die Luft im Anzug bleibt und nicht an der Halsmanschette oder an den Armen (Beine sind meist kein Problem) entweicht, schließt der Anzug wirklich dicht ab und hält dich auf bei einem Sturz ins Wasser trocken.

Wie unterscheiden sich die Anzüge vom Material?

Es gibt bei den Trockenanzügen durchaus unterschiedliche Materialien. Zum einen habt ihr Unterschiede am Arm- und Beinbereich wo entweder auf Neopren- oder Latexmanschetten gesetzt wird. Immer beliebter werden die leichten Trockenanzüge mit einem flexiblen und dennoch wasserdichten Funktionsstoff, welche die maximale Bewegungsfreiheit bieten und sich unglaublich angenehm auf der Haut anfühlen. Der Außenstoff lässt sich schon beim leichten Ziehen mit der Hand in alle Richtungen auseinanderziehen und ist unglaublich flexibel. Die dünnen Trockenanzüge mit Stretch-Material sind in der Regel weniger robust, bieten aber ein angenehmeres Tragegefühl. Die Trockenanzüge, die eher auf eine robuste Außenhaut legen, sind oft schwerer und weniger flexibel. Für welches Material ihr euch letztendlich entscheidet ist Geschmackssache. Wir persönlich sind Fans von den dünnen leichten Trockenanzügen. Lieber ziehen wir unter den Trockenanzug noch passende wärmende Funktionskleidung um auch bei kalten Temperaturen paddeln zu gehen. Wer allerdings viel im Wildwasser unterwegs ist und auch gerne mal vom SUP-Board „absteigt“ sollte vielleicht eher auf robustere Trockenanzüge setzen. Die Stand Up Paddler aus dem Race-Bereich favorisieren immer das dünne leichte Material. Es muss immer ein bisschen ein Kompromiss zwischen Flexibilität und Robustheit eingegangen werden.

Was kann ich unter dem Trockenanzug anziehen?

Grundsätzlich kann unter den Trockenanzug alles angezogen werden, was den Körper im Winter beim Sport wärmt. Wichtig ist, dass die Kleidung funktionell ist und den Schweiß und die Wärme vom Körper weg transportiert. Der dicke Baumwoll-Pullover ist hier nicht die beste Wahl. Besser geeignet ist Funktions- oder wärmende Sportkleidung. Wir favorisieren auch Ski-Unterwäsche kombiniert mit einem atmungsaktiven Fleece-Pullover. So können wir auch bei Minusgraden ohne zu Frieren auf dem SUP-Board unterwegs sein. Doch auch bei der Unterbekleidung hilft es, sich etwas auszuprobieren, da das Kälteempfinden von jedem individuell ist. Wer funktionelle Kleidung an die Außentemperatur angepasst wählt, dürfte aber in den meisten Fällen beim Stand Up Paddling mit Trockenanzug gut bedient sein.

Muss die Luft aus dem Trockenanzug?

Wer einen Trockenanzug anzieht, schließt auch immer Luft im Anzug mit ein. Bevor ihr nach dem Anziehen aufs Stand-Up Paddle Board steigt, solltet ihr den Trockenanzug entlüften, damit sich dieser beim Sturz ins Wasser nicht zu sehr aufbläht und ihr dann, im schlimmsten Fall, nicht mehr richtig schwimmen könnt. Wenn ihr euch mit angezogenem Trockenanzug hinhockt, werdet ihr schon merken, wie sich dieser an den Beinen und am Körper aufbläht und die Luft nach draußen möchte. Die Luft bekommt ihr aus dem Anzug, indem ihr diesen, in Hockposition, leicht im Bereich der Halsmanschette mit einer Hand weitet. Die Luft entweicht dann nach oben aus dem Trockenanzug. Komplett werdet ihr die Luft nie aus dem Trockenanzug bekommen was in diesem Fall aber nicht so schlimm ist. Wer auf das Entlüften verzichtet, wird beim Sturz ins Wasser Probleme bekommen, da sich der Anzug gerade im Brust- und Armbereich stark aufbläht. Sollte dieser dann nicht optimal dicht sein, kann es passieren das die Luft aus dem Anzug entweicht und Wasser IN den Anzug läuft. Das Entlüften verhindert dieses Szenario zumindest in den meisten Fällen.

Mein Trockenanzug bläht sich im Wasser auf – was kann ich machen?

Das sich der SUP Trockenanzug im Wasser etwas aufbläht ist normal, da das Wasser die eingeschlossene Luft im Anzug nach oben drückt. Allerdings sollte das nicht so viel sein, das ein Schwimmen nicht mehr möglich ist. Deshalb sollte der Trockenanzug nach dem Anziehen und dem „Dichtigkeitstest“ entlüftet werden. So ist der Aufbläh-Effekt beim Trockenanzug weniger extrem und ihr könnt euch auch wieder einfach aufs SUP-Board retten.

Hält ein Trockenanzug wirklich trocken?

Ja, ein Trockenanzug hält in der Regel wirklich hundertprozentig trocken, da er aus hochfunktionellem wasserdichten Material besteht. Neopren- oder Latexabschlüsse an den Füßen und an den Armen verhindern dort den Wassereintritt. Ein wasserdichter Reißverschluss, welcher entweder als klassischer Front-Zip oder horizontal um den Körper oder als U-Form angeordnet ist, verhindert auch dort den Wassereintritt. Am Hals ist ein enges Anliegen Plicht, da auch nur dann dort eine Wasserdichtigkeit gewährleistet ist. Sollte der Trockenanzug dort zu locker anliegen, kann bei einem Sturz ins Wasser ganz schnell Wasser eindringen. Wer auf eine hohe Passgenauigkeit wert legt und unterschiedliche Modelle ausprobiert, wird schnell den richtigen und perfekten Trockenanzug finden. Bei den sogenannten SUP Suits, die auch Trockenanzüge sind, kann es zu einem minimalen Wassereintritt im Halsbereich kommen. Trotzdem halten diese auch grundsätzlich den Körper trocken und schützen den Körper vor dem kalten Wasser und dem Kälteschock.

Wann sollte ich einen Trockenanzug anziehen?

Eine feste Regel gibt es hier nicht. Nach eigenem Körperempfinden sollte zum Trockenanzug gegriffen werden. Ab einer gewissen Wassertemperatur besteht bei einem Sturz ins Wasser die Gefahr eines Kälteschocks, welcher eine Schwimmunfähigkeit bedeuten kann, so dass dann der Wasserkontakt mit der Haut in jedem Fall verhindert werden sollte. Hier kann einem dann der Trockenanzug helfen und die SUP-Saison bis in den Herbst und Winter verlängert werden. Doch auch an einem kälten Sommertag mit etwas Wind kann ein Trockenanzug schon die richtige Wahl sein. Schließlich lässt sich, je nach gewählter Unterbekleidung, ein Trockenanzug an nahezu jede Außentemperatur anpassen. Wir tragen einen Trockenanzug auch schon mal an einem bewölkten Sommertag, wenn es bei SUP-Touren unangenehm werden könnte, wenn wir einfach nur mit Badekleidung aufs Board steigen.

Wie mache ich das mit Sportuhren und Armbändern beim Trockenanzug?

Wer an den Handgelenken noch Sportuhren oder Armbänder trägt, sollte diese nach Möglichkeit vor dem Anziehen des Trockenanzugs abnehmen. Diese können nicht nur das Außenmaterial beschädigen, sondern sorgen auch dafür, dass der Anzug an dieser entscheidenden Stelle eventuell nicht mehr hundertprozentig wasserdicht ist. Gerade bei den langen Neoprenmanschetten ist die Uhr oder das Armband immer direkt unter der Manschette was nicht nur unangenehm drückt, sondern auch für einen Wassereintritt sorgen kann. Wer dennoch eine Sportuhr tragen möchte, kann diese einfach über dem Trockenanzug am Handgelenk tragen.

Wie hält ein Trockenanzug warm?

Ein Trockenanzug hat grundsätzlich keine große Wärmefunktion. Je nach gewähltem Material kann er aber trotzdem wärmen indem die Luft im Anzug vom Körper erwärmt wird. Trotzdem sollte für eine gute Wärmfunktion noch an die Außentemperatur angepasste Unterbekleidung getragen werden. Das ist der große Vorteil von einem Trockenanzug. Er kann durch das dünne Außenmaterial mit nur geringer Wärmewirkung auch an kalten Sommertagen (und etwas Wind) beim Stand Up Paddling getragen werden und kann dort, ohne Überhitzung, für ein angenehmes Paddelgefühl sorgen. Im Herbst und Winter bei kalten Außen- und Wassertemperaturen kann die Unterbekleidung dann angepasst werden. Perfekt geeignet als Unterbekleidung ist atmungsaktive Skiunterwäsche oder funktionelle atmungsaktive Sportbekleidung.

Latex- oder Neoprenmanschetten beim Trockenanzug?

Hier scheiden sich etwas die Geister. Die einen schwören auf die Latexmanschetten an Beinen und am Hals, um eine hundertprozentige Wasserdichtigkeit zu haben. Allerdings empfinden die engen Latexmanschetten viele auch, gerade bei längerem Tragen, als sehr unangenehm. Die Latexmanschetten werden vor allem an den Füßen schnell unangenehm. Ein weiterer Nachteil der Latexmanschetten ist der höhere Pflegeaufwand, um das Latex flexibel und weich zu halten. Im Winter bei sehr kalten Außentemperaturen wirken die Latexabschlüsse oft steif, so dass das Anziehen vom Trockenanzug zusätzlich erschwert wird. Neoprenmanschetten werden von vielen als deutlich angenehmer empfunden, da sie weniger stark abschnüren und trotzdem, gerade in Kombination mit zusätzlichen Klettbändern an Füßen und Armen komplett wasserdicht abschließen. Als unangenehmer empfunden werden die Neoprenmanschetten eigentlich nur im nassen Zustand, da diese schlechter wieder trocknen als die Latexabschlüsse. Ansonsten bieten die Neoprenmanschetten mehr Flexibilität durch das Material. Am Hals ist es mit den Neoprenmanschetten deutlich schwieriger eine hundertprozentige Wasserdichtigkeit zu bekommen. Die Manschetten am Hals, an den Armen und Füßen müssen deshalb länger geschnitten sein, damit auch dort kein Wasser in den Trockenanzug eindringen kann. Es ist etwas Geschmackssache ob zu Neopren- oder Latexmanschetten gegriffen wird. Hier sollte jeder nach Passgenauigkeit und eigenem Empfinden und Ausprobieren für sich persönlich die richtige Wahl treffen.

Mir ist beim Paddeln zu warm im Trockenanzug – kann ich ihn leicht oben am Hals öffnen?

Ganz klares NEIN! Sollte dir trotz anfänglicher Kälte beim Paddeln mit Trockenanzug irgendwann zu warm werden (vielleicht weil die Sonne raus kommt), solltest du auf gar keinen Fall den Trockenanzug öffnen! Schon eine leichte Öffnung am Halsbereich kann bei einem Sturz ins Wasser zu einem sekundenschnellen unkontrollierbaren Wassereintritt führen, welcher dir im schlimmsten Fall das Leben kostet. Denn wenn eines Beim Trockenanzug wirklich dicht hält, sind es meistens die Beinabschlüsse am Fußgelenk. Das Wasser läuft oben in den Trockenanzug hinein bis in deine Beine, die im Anschluss so viel an Gewicht zugelegt haben, dass du dich weder bewegen kannst, noch aufs Board zurück klettern kannst. Das Gewicht des Wassers im Trockenanzug zieht dich nach unten (unter Wasser) und du ertrinkst im schlimmsten Fall. Deshalb solltest du NIEMALS den Trockenanzug beim Paddeln in irgendeiner Weise öffnen. Der Reißverschluss sollte verschlossen bleiben, solange du dich auf dem Wasser befindest. Lieber im Trockenanzug schwitzen als im schlimmsten Fall zu ertrinken!

Was kann ich an den Füßen anziehen?

Wer beim Paddeln aufgrund von Wasserkontakt kalte Füße bekommt, für den ist das Paddeln meist vorbei. Es gibt nichts unangenehmeres als kalte Füße beim Paddeln im Herbst und Winter. Das Problem ist, das die Füße meist still auf der Standfläche stehen und wenig in Bewegung sind. Deshalb ist an den Füßen auch wärmende und passende Kleidung Pflicht. Wir empfehlen Neoprenschuhe kombiniert mit wasserdichten Socken. Mit dieser Kombination hatten wir selbst bei kalten Wassertemperaturen immer warme Füße beim Paddeln. Wir haben zur passenden Kleidung für die Füße auch schon einen Beitrag geschrieben. Einen Trockenanzug mit integrierten Füßlingen können wir nicht empfehlen. Diese sind immer ein Schwachpunkt und halten meist den Belastungen nicht stand.

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Kommentare

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Judith 14/10/2020 um 5:40 am

Vielen lieben Dank für diesen fundierten und informativen Artikel! Ich möchte mir diesen Herbst einen Trockenanzug kaufen und habe mich schon ein bisschen informiert – aber hier wurden Fragen beantwortet, die ich mir noch nicht einmal gestellt hatte. Super! Jetzt freue ich mich schon auf Eure Videos mit den Tests verschiedener Modelle und dann kann es bald mit dem Winter-SUP losgehen. 😀

Antworten
Steffen

Steffen 14/10/2020 um 5:48 am

Danke für dein Feedback! Das freut uns sehr, das wir die Fragen beantworten konnten 🙂 Spätestens dann mit Trockenanzug wären wahrscheinlich einige der Fragen noch aufgekommen…

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